Wo ist mein Geld?
2010
Schulden Deutschlands 2025 6,0% zum Vorjahr

2.813.674.000.000 €

1999
Steuern 2025

989.826.850.000 €

Döner 1,9% in 30 Tagen

7,56 €

Öffentliche Ausgaben in Deutschland

Der Staat gibt 2,2 Billionen Euro im Jahr aus. Wer sie bekommt, steht nirgends.

Pläne veröffentlichen alle vier Ebenen. Empfänger veröffentlicht praktisch keine — außer dort, wo Brüssel es vorschreibt. Diese Seite zeigt, wie weit man kommt: beim Bund bis zum einzelnen Haushaltstitel, danach bricht die Spur ab.

2020

Öffentlicher Gesamthaushalt 2025, konsolidiert

2.208,0 Mrd €

Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung zusammen — Saldo −127,3 Mrd €

2012

Bundeshaushalt 2026

524,5 Mrd €

26 Einzelpläne, 4.510 Titel

+4,4 %+22,0 Mrd € zu 2025

Öffentliche Aufträge 2024

135,2 Mrd €

199.334 gemeldete Aufträge — die einzige Spur zu konkreten Empfängern

Der Jahreswechsel oben rechts steuert den Bundeshaushalt — als einzige Quelle liegt er für alle Jahre von 2012 bis 2027 vor. Die übrigen Statistiken erscheinen zu unterschiedlichen Zeitpunkten; jede Zahl trägt ihren Berichtszeitraum deshalb im eigenen Titel.

Haushaltsjahr

2026

KanzlerFriedrich Merz
FinanzministerLars Klingbeil

Koalition

CDU/CSUSPD

01 · Erwirtschaftet

Alles beginnt bei dem, was erarbeitet wird

Kein Euro, den der Staat ausgibt, entsteht bei ihm. Er wird erwirtschaftet, und wie groß der Staat ist, sieht man erst im Verhältnis dazu.

Bruttoinlandsprodukt 2025

4.529,7 Mrd €

+0,2 % preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr

Davon läuft über den Staat

50,2 %

Ausgaben aller Ebenen, gemessen an der Wirtschaftsleistung

Steuern und Sozialbeiträge

40,9 %

Was an Abgaben eingezogen wird, gemessen am selben Nenner

Die Wirtschaft und der Staat in ihr →

02 · Eingezogen

Eingezogen werden 989,8 Mrd € Steuern

Vor jeder Ausgabe steht ein Einzug. Das Aufkommen aller Ebenen zusammen, vor der Verteilung an Bund, Länder, Gemeinden und die EU — daneben stehen Sozialbeiträge in ähnlicher Größenordnung, die nicht als Steuer gelten.

  • Lohnsteuer

    262,69 Mrd €

    26,5 %

  • Umsatzsteuer

    236,27 Mrd €

    23,9 %

  • Veranlagte Einkommensteuer

    78,36 Mrd €

    7,9 %

  • Gewerbesteuer (brutto)

    76,44 Mrd €

    7,7 %

  • Einfuhrumsatzsteuer

    73,94 Mrd €

    7,5 %

  • Körperschaftsteuer

    39,16 Mrd €

    4,0 %

  • Energiesteuer

    37,56 Mrd €

    3,8 %

  • Landessteuern

    34,28 Mrd €

    3,5 %

Die acht größten von 44 Steuerarten · 2025

Alle Steuerarten und der Gedenktag →

03 · Geliehen

Was fehlt, wird geliehen — 182,4 Mrd € im Jahr 2026

Der Haushaltsplan geht immer auf: was an Einnahmen fehlt, steht als Kredit auf derselben Seite wie die Steuern. Daneben laufen Sondervermögen, die im Plan gar nicht erscheinen — und die zum größten Teil ebenfalls geliehen sind.

Im Haushaltsplan
Daneben, mit eigenem Wirtschaftsplan
  • Steuereinnahmen
  • Sonstige Einnahmen
  • Neue Kreditegeliehen
  • Infrastruktur und Klimaneutralitätgeliehen
  • Bundeswehrgeliehen
  • Klima- und Transformationsfonds

28,9 % von allem, was der Bund 2026 bewegt.

Jeder Block mit Betrag und Quelle →

04 · Verteilt

Vier Ebenen, die einander bezahlen

Die Summe der Ebenen ist nicht der Staatshaushalt. Ein erheblicher Teil sind Zahlungen zwischen ihnen — der häufigste Grund, warum zwei seriöse Quellen für dieselbe Sache völlig verschiedene Zahlen nennen, und ein bequemer Nebel für jede Debatte.

Ausgaben der Ebenen, addiert

2.599,5 Mrd €

  • Sozialversicherung937,5 Mrd €

    Renten-, Kranken-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung

  • Bund658,0 Mrd €

    Kernhaushalt plus Sondervermögen und Extrahaushalte

  • Länder580,8 Mrd €

    16 Landeshaushalte

  • Gemeinden und Gemeindeverbände423,3 Mrd €

    Städte, Gemeinden, Kreise

Öffentlicher Gesamthaushalt, konsolidiert

2.208,0 Mrd €

Die Differenz von 391,5 Mrd € sind Zahlungen der Ebenen untereinander — Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung, Länderanteile an die Kommunen, Umlagen. Wer die vier Ebenen einfach addiert, zählt dieses Geld doppelt.

Für 2026 liegt diese Aufschlüsselung nicht vor — das Statistische Bundesamt veröffentlicht sie ab 2020. Gezeigt wird 2025.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Öffentlicher Gesamthaushalt · 2025, Summe der vier Quartale · Stand 07.04.2026 · Kern- und Extrahaushalte

Warum die Zahlen auseinandergehen

Für den Bund nennt das Statistische Bundesamt für 2025 658,0 Mrd €, der Bundeshaushalt selbst weist 495,5 Mrd € als Ist aus. Beide sind richtig: die erste Zahl enthält Sondervermögen und Extrahaushalte, die zweite nur den Kernhaushalt. Wer den Unterschied nicht dazusagt, vergleicht zwei verschiedene Dinge — und kann sich jede Zahl aussuchen, die gerade passt.

05 · Ausgegeben

Ein Euro, aufgeschnitten — so gibt der Staat ihn aus, 2022

Die einzige Aufschlüsselung, die alle vier Ebenen nach derselben Systematik zeigt. Ein Bereich macht mehr als die Hälfte aus — wer über Einsparungen redet und diesen Block auslässt, redet über Rundungsfehler.

1 €

Ein Stück auswählen

Von jedem Euro, den der Staat ausgibt, gehen …

Insgesamt 1.860,9 Mrd €

Quelle: Statistisches Bundesamt, Rechnungsergebnisse des Öffentlichen Gesamthaushalts · 2022 · Neuere Jahre liegen für diese Gliederung noch nicht vor

06 · Ins Ausland

Ein Teil verlässt das Land — und der größte Posten steht in keiner Ausgabenzeile

Die EU-Eigenmittel werden von den Steuereinnahmen abgezogen, bevor der Haushalt sie zählt. Wer die Ausgabenseite durchsucht, findet sie nicht.

An den EU-Haushalt 2026

39,9 Mrd €

Als Abzug von den Steuereinnahmen gebucht, nicht als Ausgabe

Alle erfassten Auslandszahlungen

45,0 Mrd €

14 Empfänger mit eigener Haushaltsstelle, die EU-Eigenmittel eingerechnet

Nach Instrument, nicht nach Land

4,6 Mrd €

Entwicklungszusammenarbeit — welches Land wie viel bekommt, steht nicht im Plan

Wohin das Geld geht →

07 · Geblieben

Was am Ende bleibt, ist der Schuldenstand

Alles unten kommt aus derselben Quelle und vom selben Stichtag: Bund, Länder und Gemeinden zusammen, gemessen vom Statistischen Bundesamt. Für 2026 liegt kein Schuldenstand vor — die Reihe beginnt 2010.

Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden

2.813.674.000.000 €

Stand 31.12.2025, seitdem fortgeschrieben

Auf jeden Einwohner entfallen

31.896 €

Schuldenstand geteilt durch die Bevölkerung am selben Stichtag — rund 4.219 Döner

So schnell wächst der Schuldenberg

4.802 € pro Sekunde

151,4 Mrd € kamen 2025 dazu

Bestand zum Stichtag, fortgeschrieben mit dem Anstieg des Vorjahres. Alle Werte vom Statistischen Bundesamt.

Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 71321-0005 · Stichtag 31.12., 2010–2025 · Stand 25. August 2026 · Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich, Kern- und Extrahaushalte

Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 12411-0001 · Bevölkerungsstand jeweils 31.12.

Quelle: Döneratlas, Dönerpreis-Index · bestätigte Preise der letzten 180 Tage · Stand 2026 · Community-Erhebung, keine amtliche Statistik

Bekannter ist die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler. Die bekannteste Uhr Deutschlands, betrieben von einem Interessenverband. Sie rechnet Sondervermögen mit ein und kommt deshalb auf ein höheres Tempo.

08 · Nachprüfbar

Drei Stufen der Nachvollziehbarkeit — Deutschland endet auf der zweiten

Transparenz ist keine Ja-oder-Nein-Frage. Ein Haushaltstitel sagt, wofür Geld vorgesehen ist. Er sagt nicht, wer es bekommen hat, und genau dort hört die Kontrolle auf.

01

Aggregat

Wie viel geht in welchen Bereich?

Lückenlos verfügbar

Summen gibt es überall. Sie beantworten nur keine einzige Frage, die jemanden konkret betrifft.

02

Haushaltsstelle

Welcher Titel finanziert was?

Nur beim Bund vollständig

Der Bund gibt 4.510 Titel über eine Schnittstelle heraus. Bei Ländern und Kommunen ist ein durchsuchbares PDF schon der gute Fall.

03

Empfänger

Wer hat das Geld bekommen?

Praktisch nirgends

Nur wo die EU die Veröffentlichung erzwingt. Für Bundes- und Landesförderung existiert kein Register — hier endet die Nachvollziehbarkeit.

Was geprüft wurde

Wenn jemand hinschaut, findet er etwas

Der Bundesrechnungshof prüft, was der Haushaltsplan nur ankündigt. Seine Feststellungen sind der einzige Ort, an dem systematisch steht, was mit dem Geld tatsächlich passiert ist — und sie fallen regelmäßig unangenehm aus.

Prüfbehörde

Bundesrechnungshof

Der Bundesrechnungshof stellt fest, dass der Bund Steuergeld in vielen Bereichen nicht wirksam eingesetzt hat. Der Hauptband enthält neben den Feststellungen zur Haushalts- und Vermögensrechnung 21 weitere Berichte.

  • Fregatten-Besatzungen zu teuer untergebracht

    Die Bundeswehr brachte die Besatzungen von vier Fregatten, die modernisiert wurden, zu weit überhöhten Kosten unter.

    mindestens 20 Mio € Mehrkosten

  • Sichere Smartphones, die nicht verschlüsseln konnten

    Das Bundesfinanzministerium kaufte für den Zoll Smartphones als „sicher“ ein, die verschlüsselt nicht kommunizieren konnten.

    35 Mio € Fehlinvestition

Quelle: Bundesrechnungshof, Bemerkungen 2025 · Prüfungsergebnisse zum Haushaltsjahr 2024 · Grundlage der Entlastung von Bundesregierung durch Bundestag und Bundesrat

Interessenverband

Schwarzbuch, 100 Fälle

Der Schwerpunkt liegt auf den Folgekosten von Investitionen — Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung, die zur Haushaltsfalle werden, wenn sie vorher nicht abgesichert wurden.

  • Grillhütte für 980.000 €

    Dazu 105.000 € Folgekosten pro Jahr für Betrieb und Unterhalt.

    980.000 € Bau, 105.000 € pro Jahr

  • Schiff mit drei Einsatztagen

    Fünf Millionen Euro für ein Schiff, das drei Tage im Einsatz war.

    5 Mio € für drei Tage

Quelle: Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2025/26 · 2025/26 · Zusammenstellung eines Interessenverbands, keine Prüfbehörde

Einordnung: Einzelfälle in dieser Größenordnung sind gemessen an 524,5 Mrd € Rundungsfehler. Ihr Wert liegt nicht in der Summe, sondern darin, dass sie überhaupt nur auffallen, wenn eine Behörde mit Prüfrecht hinsieht — für den größten Teil des Haushalts tut das niemand.

Die Lücke

Es gibt kein deutsches Register, in dem man nachschlagen kann, welche Organisation wie viel Fördergeld vom Bund bekommen hat.

Ausgenommen ist der Agrarbereich — und dort nur, weil die EU es vorschreibt. Für alles andere führt der Weg über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz, Fall für Fall, gegen eine Verwaltung, die dafür Gebühren verlangen darf. Viele Antworten stehen schon öffentlich auf FragDenStaat.

Alle Quellen im Vergleich →